Akne Inversa: Ursachen, Symptome und moderne Behandlungsmöglichkeiten

Akne Inversa im Gesicht

Akne Inversa, auch als Hidradenitis suppurativa bekannt, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die nicht nur körperliche Beschwerden verursacht, sondern auch eine erhebliche psychische Belastung darstellen kann. Betroffene leiden oft jahrelang an schmerzhaften Knoten, Abszessen und Fistelgängen, bevor eine eindeutige Diagnose gestellt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung der Krankheit, typische Symptome, Risikofaktoren und die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten – von konservativen Ansätzen bis hin zu chirurgischen Eingriffen.

Was ist Akne Inversa?

Akne Inversa ist eine chronische Hauterkrankung, die vor allem in den Bereichen auftritt, in denen Haut auf Haut trifft: Achselhöhlen, Leisten, Gesäß und unter der Brust. Anders als bei gewöhnlicher Akne sind hier nicht die Talgdrüsen, sondern die Haarfollikel und die umgebenden Strukturen betroffen. Es kommt zu tief sitzenden Entzündungen, die sich als schmerzhafte Knoten und Abszesse bemerkbar machen. Im weiteren Verlauf können sich diese Entzündungen zu Fistelgängen entwickeln, die dauerhaft Flüssigkeit absondern.

Entstehung und Ursachen

Die genauen Ursachen der Akne Inversa sind bis heute nicht vollständig geklärt. Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass eine Kombination verschiedener Faktoren zur Entstehung beiträgt:

  • Genetische Veranlagung: In vielen Familien tritt die Erkrankung gehäuft auf, was auf eine erbliche Komponente hinweist.
  • Fehlfunktion der Haarfollikel: Verhornungsstörungen führen dazu, dass die Follikel verstopfen. Dies begünstigt Entzündungen.
  • Immunologische Faktoren: Fehlreaktionen des Immunsystems scheinen eine zentrale Rolle bei der Ausbildung chronischer Entzündungen zu spielen.
  • Lebensstilfaktoren: Rauchen und Übergewicht gelten als bedeutende Risikofaktoren. Beide erhöhen die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe.
  • Hormonelle Einflüsse: Da die Krankheit häufig in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter auftritt, wird ein hormoneller Einfluss angenommen.

Typische Symptome

Akne Inversa verläuft in Schüben und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Symptome sind:

  • Schmerzhafte Knoten unter der Haut
  • Eitrige Abszesse, die wiederkehren
  • Bildung von Fistelgängen und Narben
  • Chronischer Ausfluss von Sekret
  • Starker Juckreiz und Druckschmerzen

Die Beschwerden schränken Betroffene oft stark im Alltag ein. Neben den Schmerzen kann auch der Geruch der Absonderungen zu sozialem Rückzug führen.

Schweregrade nach Hurley

Die Krankheit wird in drei Stadien, sogenannte Hurley-Stadien, eingeteilt:

  • Stadium I: Einzelne Abszesse ohne Fistelgänge oder Vernarbungen.
  • Stadium II: Wiederkehrende Abszesse mit Fistelbildung und Vernarbungen. Befall mehrerer Körperregionen.
  • Stadium III: Schwerer, chronischer Verlauf mit ausgedehnten Entzündungsherden, vielen Fisteln und starker Narbenbildung.

Diagnose

Die Diagnose der Akne Inversa erfolgt in erster Linie klinisch, das heißt durch die Untersuchung der Hautveränderungen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall können eingesetzt werden, um die Tiefe und Ausdehnung von Fisteln und Abszessen zu bestimmen. Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf das Ausmaß der Entzündungen. Da viele Betroffene zunächst mit anderen Hautproblemen verwechselt werden, vergeht oft viel Zeit bis zur korrekten Diagnose.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine vollständige Heilung von Akne Inversa ist derzeit nicht möglich, jedoch gibt es verschiedene Ansätze, um Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamentöse Therapien

  • Antibiotika: Werden häufig eingesetzt, um akute Entzündungen zu kontrollieren und bakterielle Infektionen einzudämmen.
  • Biologika: Moderne Antikörpertherapien, etwa mit Adalimumab, greifen gezielt in das Immunsystem ein und können bei schweren Verläufen wirksam sein.
  • Hormontherapien: Bei Frauen kann eine Behandlung mit Antiandrogenen oder hormonellen Präparaten Linderung bringen.
  • Schmerzmittel: Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen gegen akute Schmerzen.

Chirurgische Verfahren

In fortgeschrittenen Stadien oder bei wiederkehrenden Abszessen ist häufig ein chirurgischer Eingriff notwendig:

  • Inzision und Drainage: Abszesse werden geöffnet, um Eiter abfließen zu lassen. Diese Methode lindert akut, verhindert jedoch keine Rückfälle.
  • Exzision: Entfernung ganzer betroffener Hautareale. Dies kann eine dauerhafte Lösung sein, ist jedoch mit Narbenbildung verbunden.
  • Lasertherapie: Mit CO2-Lasern können erkrankte Hautpartien schonend abgetragen werden.

Lebensstil und unterstützende Maßnahmen

Neben medizinischen Therapien spielt auch der Lebensstil eine Rolle:

  • Rauchstopp: Studien zeigen, dass sich die Symptome nach einem Rauchstopp verbessern können.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht belastet die Haut und fördert Entzündungen.
  • Sanfte Hautpflege: Betroffene sollten aggressive Reinigungsprodukte vermeiden und atmungsaktive Kleidung tragen.
  • Psychologische Unterstützung: Da die Krankheit oft mit Depressionen und sozialer Isolation verbunden ist, können Gesprächstherapien oder Selbsthilfegruppen helfen.

Leben mit Akne Inversa

Akne Inversa ist mehr als nur ein Hautproblem – sie betrifft das gesamte Leben. Viele Patienten fühlen sich missverstanden oder schämen sich für ihre Symptome. Umso wichtiger ist es, das Thema offen anzusprechen und die Krankheit aus der Tabuzone zu holen. Der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren, kann den Umgang erleichtern. Auch die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Dermatologen ist entscheidend für eine langfristig erfolgreiche Behandlung.

Forschung und Zukunftsaussichten

Die Forschung zu Akne Inversa schreitet voran. Neue Wirkstoffe, die gezielt in das Immunsystem eingreifen, versprechen in Zukunft effektivere Therapien. Auch personalisierte Behandlungsansätze, die sich an den genetischen und immunologischen Besonderheiten des Patienten orientieren, könnten die Behandlungserfolge steigern. Bis dahin bleibt eine Kombination aus medikamentösen, chirurgischen und unterstützenden Maßnahmen der Schlüssel im Umgang mit dieser komplexen Erkrankung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Akne Inversa ist eine schwerwiegende, oft unterschätzte Hautkrankheit. Doch durch die Fortschritte in der Medizin gibt es für Betroffene zunehmend Hoffnung auf Linderung und eine bessere Lebensqualität.

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